Strukturwandel in der Energiepolitik – Quo Vadis Rheinbach?

Informationsveranstaltung der CDU Rheinbach am 12.01.2012:
Bürgermeister Raetz kündigt Wärmebildkataster für Rheinbach an.

 

Die CDU Rheinbach hatte zu einer thematisch spannenden Informations- und Diskussionsveranstaltung in die Schützenhalle Rheinbach eingeladen. Es ging darum, die Chancen, Risiken und Folgerungen aus der Energiewende weg von der Nutzung der Kernkraft hin zur Nutzung regenerativer Energien zu beleuchten. Als Referenten standen Herr Lutz Ribbe, Naturschutzpolitischer Direktor von EuroNatur, und der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Rheinbacher Rat, Bernd Beissel, zur Verfügung.

 

Herr Ribbe informierte zunächst über das seitens der Europäischen Union mit der EU-Richtlinie „Erneuerbare Energien“ gesetzte neue umweltpolitische Leitziel, bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energien auf 20% zu steigern. „Wir leben über unsere Verhältnisse! Der Mensch ist wie die Made im Speck!“ waren seine provozierenden Einleitungsthesen.

 

Er verwies auf den EU-Kommissionspräsidenten Barroso, der den Wandel in der Energiepolitik als „neue industrielle Revolution“ bezeichnet hat. Der Weg ist weg von der Aufzehrung der fossilen Ressourcen hin zur direkten Nutzung der Sonnenenergie, von einer ölbasierten Wirtschaft zu einer solarbasierten Wirtschaft. Nötig sind dafür maßgebliche strukturelle Veränderungen in allen Sektoren der Wirtschaft. Anhand von anschaulichen Beispielen aus verschiedenen Energiebereichen verdeutlichte Herr Ribbe seine Forderung zu mehr Umweltbewusstsein: Nachdenken „was brauche ich, wie kann ich Risiken vermindern, wie erreiche ich optimale Effizienz?

 

Bernd Beissel knüpfte an die allgemeine Einführung an und erläuterte die aktuellen Folgerungen für Rheinbach. In den „Strategischen Zielen der Stadtentwicklung Rheinbach 2030“, die gemeinsam von der CDU und FDP in Rheinbach entwickelt und als Zielsetzung vom Rat einstimmig beschlossen wurden, sind bereits maßgebliche Vorgaben enthalten, wie die für Rheinbach in Frage kommenden regenerativen Energien – Windenergie, Solarenergie, Biomasse und Geothermik – künftig verstärkt genutzt werden sollen. „Ein Strukturwandel mit Augenmaß“ ist laut Beissel die Handlungsmaxime für eine maßvolle nachhaltige Politik. Als aktuelles Projekt nannte Beissel den geplanten Solarpark im Rheinbacher Gewerbegebiet. Als wichtige Maßnahme sieht er gemeinsam mit Bürgermeister Raetz nicht nur die Einsparung von Energie bei neuen Gebäuden, sondern insbesondere bei der Sanierung vorhandener Gebäude. Das „Fitmachen“ des Bestandes dient nicht nur dem Erhalt sondern auch der Wertsteigerung. Ältere Gebäude werden sich immer mehr mit neuen, energiesparenden Häusern messen müssen. Hier gelte es, die Bürger einzubinden, sie „mitzunehmen“. Deshalb wird die Verwaltung der Stadt Rheinbach auch in Kürze einen besonderen Service anbieten: Für Rheinbach wird mittels einer gesponserten Befliegung ein Wärmebildkataster erstellt, anhand dessen jeder Hausbesitzer für sein Gebäude Handlungsbedarf erkennen kann. Dies soll auch als Anreiz für Sanierungsmöglichkeiten dienen.

 

Silke Josten-Schneider, Vorsitzende der Rheinbacher CDU, wertete die Veranstaltung auch angesichts der regen Diskussion im Anschluss an die Vorträge als überaus nützlich und kündigte weitere Veranstaltungen zu diesem Themenbereich an.